| Die Zeidler
und die Imkerei sind zwei Bereiche der Landwirtschaft,
die Ihre Glanzzeit zwischen 300 und 1500 n. Chr. hatte.
Die Zeidler betrieben ihre Bienenhaltung 3 bis 4 Meter
über dem Boden. In dem sie natürliche Baumhöhlen
nutzten bzw. künstlich welche schufen. Sie waren
darauf angewiesen das wilde Bienen in die Stämme
einzogen und dort ihr Nest bauten.
Im Frühjahr, wenn die Zeidler bemerkten dass die
Bienen vor hatten zu schwärmen bauten sie in benachbarten
Bäumen künstliche Höhlen, damit der Schwarm
dort einziehen konnte. Damit die Bäume mit den
Bienen nicht so schnell von einem Blitz getroffen wurden
und der Baum mehr an breite wuchs und auch im Wald gut
zu erkennen war, wurden die Spitzen abgehauen. Jeder
Zeidler hat einen für ihn zugeteilten Waldbezirk
in dem er die Bäume aushöhlen durfte. Der
Berufsstand war hoch angesehen, weil er mehr Ertrag
brachte als Jagd, Schweinemast und Holznutzung.
Das Zeidlerwesen war Hoch entwickelt in Nordosteuropa.
Die Zeidler waren dem Landesherren bzw. Großgrundbesitzern
unterstellt und dürfen zu ihrer Verteidigung gegen
Bären und Wölfen Waffen tragen (Armbrust,
Pfeil und Bogen) und wurden auch in Kriegen zur “Vaterlandsverteidigung”
eingesetzt.
In die Regierungszeit von Karl dem Großen (748
– 814 n. Chr., König der Franken und römischer
Kaiser) wurde zum erstenmale ein Gesetz erlassen, in
dem die Förderung und Ausbildung von Imkern vorgeschrieben
wurde.
Um das Jahr 400 n. Chr. fanden Mönche heraus das
die Bienen den Wachs unter ihrem Bauch wegholten und
das diese Bienen noch jungfräulich waren. Sie erklärten
den Wachs zu einem heiligen Stoff, der zur Beleuchtung
der Klöster und Kirchen, vorfallen Osterkerzen
und anderen rituellen Zwecken verwandt wurde.
Der Bienenstock hatte auch einen Symbolstatus, er galt
als das Symbol für die Kirche.
In der Wittenberger Schlosskirche wurden damals pro
Jahr 36.000 Pfund Kerzen benötigt. Das hatte zur
Folge, dass der Wachspreis hoch war und die Bienenhaltung
florierte. Klöster und Großgrundbesitzer
fingen an einen Wachszins zu erheben und es kam auch
vor, das Zeitweise Wachs mehr wert war als Geld und
damit Steuern bezahlt wurden (Wachszinsler).
Ab dem 12. Jahrhundert entstanden die Berufszweige der:
Wachsgießer
Lebzeltnern (Honigkuchenbäcker)
Metherstellern
Seifenseider
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